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Deutsch-Iranischer Journalist und Blogger in der Türkei verhaftet

März 28th, 2008 simon columbus Posted in Deutschland, Iran, Türkei | No Comments »

Laut Informationen des R-Archiv ist der in Deutschland lebende iranische Journalist und Blogger Amir Farshad Ebrahimi in der Türkei verhaftet worden:

Der in Deutschland lebende iranische Blogger, Journalist und Ex-Geheimdienstler – Amir Farshad Ebrahimi – ist in der Türkei nach Informationen der R-Archiv.de – auf ein Ersuchen des Irans – verhaftet worden.

Der Tatvorwurf ist bisher unbekannt.

Amir Farshad Ebrahimi lebt in Deutschland und hat einen deutschen (Fremden-)Pass mit der Nummer N0014860.

(…)
Dieser Artikel basiert auf einer Information des IRANIAN JEWISH PUBLIC AFFAIRS COMMITTEE (IJPAC), LOS ANGELES, CALIFORNIA 90067

UPDATE: Ebrahimi ist augenscheinlich schon seit dem Nachmittag wieder wohlbehalten in Deutschland.1

Links
  1. War and Piece » March 27, 2008 [↩]

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“Flutet das Gefängnis mit Post”

März 26th, 2008 simon columbus Posted in Kareem Amer, Ägypten | 1 Comment »

Free Kareem und das Committee to Protect Bloggers haben eine gemeinsame Brief-Aktion zur Unterstützung des ägyptischen Bloggers Kareem Amer angekündigt.

Vom 7. bis zum 21. April rufen beide Organisationen ihre Leser dazu auf, Kareem einen Brief oder eine Postkarte ins Gefängnis zu schicken.

Es gibt eine ganze Reihe von Gründen für eine erneute Kampagne außerhalb des digitalen Raumes, wie ich in meiner Ankündigung für Free Kareem dargelegt habe:

Erstens haben wir Demonstrationen und öffentliche Events auf der ganzen Welt organisiert, aber noch nichts, dass direkt auf Kareem abzielt. Es ist Zeit für eine Kampagne, die sich ganz persönlich auf ihn fokussiert! Er freut sich wirklich über Briefe und sie machen einen echten Unterschied für ihn, wie er früher schon geschrieben hat. Und zweitens wird eine größere Menge solcher Post die ägyptischen Behörden daran erinnern, dass Kareem, Blogger überhaupt und auch alle anderen politischen Häftlinge nicht allein sind. Erinnert euch daran, dass, als Kareem  vor einigen Monaten gefoltert wurde, die Aufmerksamkeit der internationalen Medien half, die Folter zu stoppen. Und schließlich bedeutet diese Kampagne auch eine Chance für uns, ganz persönlich etwas direkt für Kareem zu tun.

Wir haben euch schon früher gebeten, Kareem zu schreiben - und tut das bitte auch weiterhin! Aber nun bitten wir euch ganz speziell, ihm zwischen dem 7. und 21. Aprial mindestens einen Brief zu schicken. Während dieser Zeit lasst uns “das Gefängnis mit Briefen fluten”!

Unten findet ihr die Adresse in Englisch, zusammen mit einem Bild der arabischen Schreibweise. Natürlich müssen beide Versionen auf dem Briefumschlag vorhanden sein um sicher zu gehen, dass der Brief auch zugestellt wird.

Alexandria
Borg Al-Arab Prison
Room 1 Section 22
Prisoner Abdul Kareem Nabil Suleiman
The Arab Republic of Egypt

Kareem’s address in Arabic (auf dem Briefumschlag aufzukleben)

Habt auch einen Blick auf Alexandra Sandels’ Artikel über die Kampagne auf Menassat. Er enthält einige Statements von Free Kareem-Gründerin Esra’a Al-Shafei und der ägyptischen Bloggerin Wa7damasrya wie auch einige Hintergrundinformationen. Die Kampagne wurde auch von Marshall Kirkpatrick von ReadWriteWeb aufgegriffen.

Wenn ihr mehr Informationen über die Kampagne braucht, kontaktiert bitte das Team von Free Kareem.

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Fouad Mourtada aus dem Gefängnis entlassen

März 19th, 2008 simon columbus Posted in Marokko | No Comments »

Laut Global Voices Advocacy1 wurde das “Facebook-Opfer” Fouad Mourtada2 gerade aufgrund eines königlichen Erlasses freigelassen:

Fouad Mourtada, der am 5. Februar 2008 verhaftete und für das Erstellen eines falschen Facebook-Accounts des jüngeren Bruders von König Mohammed VI., Prinz Moulay Rachid, zu drei Jahren Gefängnis sowie 1350 Dollar Geldstrafe verurteilte 26-jährige IT-Ingenieur, wurde vor etwa einer Stunde aus dem Gefängnis entlassen. Laut einer der Help Fouad Kampagne nahestehenden Quelle erhielt Fouad eine volle königliche Begnadigung und verließ das Oukacha-Gefängnis in Casablanca um etwa 1:00 Uhr Ortszeit und ist nun auf dem Weg nach Hause.

Links
  1. Global Voices Advocacy » Fouad Mourtada free [↩]
  2. Blogger for Freedom » Drei Jahre Haft für gefälschten Facebook-Account - Proteste [↩]

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Hinweis: Morgen im Radio

März 14th, 2008 simon columbus Posted in Blog 4 Burma, Burma, Free Burma!, Meta | 3 Comments »

Blog4BurmaMorgen um ca. 19:20 ist in der Sendung Trackback1 ein kurzes Interview mit mir zu hören. Marcus Richter hat mich dafür um einen kurzen Rückblick auf die “Free Burma” Aktion2 gebeten. Außerdem habe ich kurz das Konzept von Blog4Burma erläutert und erzählt, welche Burma-Themen Blogger for Freedom behandelt.

Wer sich die Sendung anhören möchte, kann das entweder morgen zwischen 18 und 20 Uhr auf Radio Fritz oder alternativ, indem er den nach der Sendung veröffentlichten Podcast anhört.

Nachtrag: Der Podcast der Sendung ist mittlerweile online und kann hier angehört und heruntergeladen werden.

Links
  1. Trackback @ Radio Fritz [↩]
  2. Free Burma! [↩]

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Syrischer Blogger inhaftiert

März 4th, 2008 simon columbus Posted in Syrien | No Comments »

Osama Edward Mousa ist ein assyrischer, d.h. syrisch-christlicher, Journalist, Blogger und Menschenrechtsaktivist. Laut Mideast Youth1 wurde Mousa am 27. Februar von syrischen Sicherheitskräften verhaftet. Seitdem gibt es keine Nachrichten von ihm. Allerdings scheint es, als würde er in der Hauptstadt Damaskus gefangen gehalten. Seine Familie befürchtet, das Mousa im Gefängnis gefoltert wird.

Auch wenn bisher keine Gründe für die Festnahme genannt wurden, scheint es als ob eine direkte Verbindung zwischen Mousas Verhaftunge und seinem Blog bestünde. Dort hatte der Journalist die syrische Regierung des Diktators Assad und die Wirtschaftspolitik des Landes kritisiert.

Mousa ist der zweite Blogger, der aktuell in Syrien inhaftiert ist. Er folgt damit Tariq Baiasi2, der bereits seit July letzten Jahres ohne Gerichtsverhandlung einsitzt. Vor ihnen waren bereits mindestens drei syrische Blogger festgenommen wurden, die allerdings alle wieder auf freiem Fuß sind3. Syrien ist bekannt für seine regelmäßigen Verstöße gegen die Menschenrechte und einen deutlichen Mangel an Pressefreiheit. Damit findet das Land auch immer wieder Eingang in die Jahresberichte der Reporter ohne Grenzen. In der letzten, im Februar erschienen Ausgabe4 heißt es, dass “die Filterung von Netzinhalten signifikant angestiegen” sei. Zu spüren bekamen das Blogger wie Tariq Baiasi, der aufgrund eines anonymen Kommentars auf seinem Blog verhaftet wurde.

Im Fall von Osama Edward Mousa handelt es sich allerdings nicht um einen wenig bekannten Blogger, sondern um einen Politjournalisten, der verhaftet wurde. Und anders als Baiasi wurden Mousa auch seine eigenen Texte zum Verhängnis. Auch wenn noch kaum Informationen über den Fall bekannt sind, zeigt er dennoch, dass das syrische Regime auch im Jahr 2008 nichts von Menschenrechten hält - und die Pressefreiheit weiter nicht akzeptieren wird.

Esra’a von Mideast Youth hat uns unterrichtet, dass Mousa am 8. März aus dem Gefängnis entlassen wurde5. Weitere Informationen über die Haftgründe wurden bisher nicht bekannt.

Links
  1. Mideast Youth » Assyrian blogger arrested in Syria [↩]
  2. Blogger for Freedom » Arrested Bloggers: Tariq Baiasi [↩]
  3. Blogger for Freedom » Arrested Bloggers [↩]
  4. Reporters without Borders » Annual Report [↩]
  5. Assyrian blogger arrested in Syria [↩]

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Drei Jahre Haft für gefälschten Facebook-Account: Proteste

Februar 29th, 2008 simon columbus Posted in Marokko | 3 Comments »

Fouad MourtadaFouad Mourtada wollte eigentlich nur einen Witz machen, als er einen Facebook-Account für den marokkanischen Prinzen Moulay Rachid aufsetzte. Wie sich zeigte ein fataler Fehler. Denn am 22. Februar wurde Mourtada zu drei Jahren Haftverurteilt für sein Verbrechen - dem Einrichten eines Facebook-Accounts.

Am 5. Februar 2008 wurde Fouad Mourtada verhaftet, weil er ein falsches Facebook-Profil für den Bruder des marokkanischen Königs Mohammed VI., Kronprinz Moulay Rachid, aufgesetzt hatte. Als seine Familie eine Woche später die Erlaubnis bekam, ihn zu besuchen, berichtete er von diversen Schikanen, die er zu erleiden hatte. Nach den Berichten der Familie wurde Mourtada gefesselt, bespuckt, geschlagen - so lange, so häufig, bis er immer wieder das Bewusstsein verlor.1

Sein Prozess war er für den 15. Februar angesetzt, dann auf den 22. verschoben. Da wurde Fouad Mourtada, obwohl er selbst sagt er habe das Facebook-Profil aus Verehrung für den Kronprinzen aufgesetzt, verurteilt. Zu drei Jahren Haft und einer Geldstrafe von 10.000 Dirhams, umgerechnet etwa 900 €. Die Reaktionen der Blogger schwankten zwischen Zorn und ungläubiger Überraschung. Nas, der Autor des bekannten jordanischen Blogs “The Black Iris”, hatte eigentlich damit gerechnet, dass Mourtada nach der Untersuchungshaft laufen gelassen würde, da er kein ernstes “Verbrechen” wie Bloggen über politische Angelegenheiten begangen hätte - umso wütender ist er nach dem Urteil2:

“…es scheint, dass es in Marokko, genau wie in Jordanien, sehr sehr leicht ist die Würde des States zu verletzen. Stell dir vor: Drei Jahre deines Lebens einfach so weggenommen für ein solches ‘Verbrechen’.”

Währenddessen bittet “The Sudanese Thinker”3 seine Leser ihm zu sagen, dass

“…das nicht real ist.”

und verursacht damit eine kontroverse Diskussion. Der Kommentator dalu meint:

“Ich habe geLOLt

Nicht weil es witzig war.

Es ist nur… ihr wisst, die Absurdität des ganzen.”

und fasst damit die Gefühle vieler Blogger zu diesem Fall zusammen. Viele von ihnen, Facebook-User wie Fouad Mourtada, fühlen die Absurdität einer Gefängnisstrafe für nichts weiter als das Aufsetzen eines Profils bei Facebook, das nur wenige später wieder gelöscht wurde. Schon vor der Gerichtsverhandlung hatten viele marokkanische Blogger damit begonnen, den mit-Netzbürger Mourtada zu unterstützen. Sie starteten die Kampagnenseite “Help Free Fouad”4 und traten am 19. Februar in einen gemeinsamen 24-stündigen Streit5. Desweiteren wurde eine Petition verfasst, die die Freilassung von Fouad Mourtada fordert6 und bereits von mehr als 5000 Menschen unterschrieben wurde. Momentan planen sie Demonstrationen in vielen europäischen und amerikanischen Städten, die morgen stattfinden sollen.

Natürlich gab es auch einen breiten Proteststurm auf Facebook selbst, wo einige Unterstützergruppen für Mourtada eröffnet wurden. Das Interessanteste dort ist allerdings eine Frage, die vom Gründer des Committee to Protect Bloggers, Curt Hopkins, gestellt wurde. Er fragte bei Facebook nach einem Statement zum Fall Fouad Mourtada an7. Aber alles was Hopkins bekam war die Auskunft, das Facebook den Fall nicht kommentieren werde. Möglicherweise, weil das Social Network durchaus seine Finger bei der Aufdeckung von Fouad Mourtada im Spiel hatte. Denn wie dessen Identität den Behörden überhaupt klar wurde, ist bis heute nicht klar.

UPDATE:

Mit Berufung auf The Wall Street Journal berichtet das Committee to Protect Bloggers8, dass Facebook jegliche Beteiligung an der Aufdeckung von Mourtadas Identität von sich weist. Gleichzeitig gab eine Sprecherin allerdings bekannt, dass man in Zukunft durchaus so handeln werde, wenn man sich gesetzlich dazu verpflichtet sehe.

Was kann ich tun?

Du kannst die Petition von “Help Free Fouad” unterschreiben. Außerdem kannst du einer der Unterstützer-Gruppen für Fouad Mourtada auf Facebook beitreten - hier oder hier.
Etwas handfester wird es auch einige Demonstrations zu Unterstützung des marokkanischen “Facebook-Opfers” geben. Am 1. März, 14 Uhr, werden sich die Demonstranten vor diversen marokkanischen Botschaften und Konsulaten treffen, und zwar in Paris, Montreal, London, Brüssel, Washington D.C., Amsterdam und Madrid.

Außerdem kannst du Curt Hopkins Aufruf folgen, ihn in seinen Bemühungen um ein Statement von Facebook zu unterstützen. Er bittet jeden, zusammen mit ihm eine “weniger gefühllose Nachricht von Facebook zu der Verhaftung” zu fordern.

Links
  1. Indymedia Paris Île-de-France » Affaire Facebook au Maroc : Fouad Mourtada a été torturé [↩]
  2. The Black Iris of Jordan » Fouad Mourtada goes to jail for Facebook spoof [↩]
  3. The Sudanese Thinker » In Morocco, Facebook can send you to jail [↩]
  4. Help Free Fouad - Soutenez la libération de Fouad [↩]
  5. Global Voices Advocacy » Facebook’s fake prince could face five years in prison [↩]
  6. Help Free Fouad » Sign Petition [↩]
  7. Committee to Protect Bloggers » Facebook’s response to Mourtada and others callous and inadequate [↩]
  8. Committee to Protect Bloggers » Facebook denies culpability in Mourtada debacle [↩]

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Artikel und Demonstrationen für Kareem Amer

Februar 17th, 2008 simon columbus Posted in Kareem Amer, Ägypten | 2 Comments »

Kareem AmerDer 22. Februar markiert den ersten Jahrestag der Verurteilung von Kareem Amer1. An diesem Tag vor einem Jahr wurde der junge ägyptische Blogger, der schon seit dem 6. November 2006 inhaftiert war, für die Beleidigung Allahs und des Präsidenten Mubarak zu einer vierjährigen Haftstrafe verurteilt.

Seit seiner Inhaftierungen hat der 22-jährige im Gefängnis einiges erlitten, er wurde bedroht und sogar gefoltert2. Trotzdem sagt er immernoch: “Das Gefängnis hat mich nicht verändert”3.

Das mag auch an seinen Unterstützern liegen. “Free Kareem!”4 ist die bekannteste unter zahlreichen Support-Gruppen für inhaftierte Blogger. Die Erfolge sind zahlreich: Dutzende Demonstrationen wurden auf der ganzen Welt durchgeführt und haben Kareem zu einem der prominentesten Opfer der Zensur in den Staaten des Nahen und Mittleren Osten gemacht. Sein Fall und gerade die Lobbyarbeit für den jungen Ägypter werden immer wieder als beispielhaft angeführt - und das soll auch sol bleiben. Um die erfolgreiche Arbeit fortzuführen, ruft “Free Kareem!” für den 22. Februar zu einem weltweiten “op-ed day” auf und zu weiteren internationalen Demonstrationen für Kareem Amer.

“Op-ed” steht dabei für “opinion / editorial” - dem Teil einer Zeitung, in dem am 22. Februar weltweit so viele Artikel über Kareem erscheinen sollen wie nur möglich. “Free Kareem”, geführt von Esra’a Al-Shafei5, versucht so viele Journalisten und Redakteure für dieses Unterfangen zu gewinnen. Aber auch Blogger sind dazu aufgerufen, am 22. Februar über Kareem Amer zu schreiben - jedes Wort zählt.

Aber Worte sind nur der eine Teil. Daneben wird es in drei Städten Demonstrationen für Kareem geben. In Washington D.C., London und Paris werden erneut Menschen für den jungen Blogger auf die Straße gehen und damit auch für Presse- und Meinungsfreiheit in Ägypten und auf der ganzen Welt. Die drei Demonstrationen führen damit eine lange Liste internationaler Protestaktionen für Kareem fort - und sie werden hoffentlich nicht die letzten sein.

Was kann ich tun?

Egal wo: Schreibe einen Artikel über Kareem. Egal ob in deinem Blog, einem Studentenblatt oder einer großen Zeitung - jedes Wort zählt.
Außerdem kannst du eine der drei Demonstrationen für Kareem besuchen, die in Washington D.C., London und Paris stattfinden.

Links
  1. Blogger for Freedom » Arrested bloggers: Kareem Amer [↩]
  2. Free Kareem! » Kareem is being tortured in prison [↩]
  3. Free Kareem! » Prison didn’t change me: Kareem Amer [↩]
  4. Free Kareem! [↩]
  5. ZUENDER » “Wir sind keine Hippies” - Interview mit Esra’a Al-Shafei [↩]

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Kampagne für seit sieben Monaten inhaftierten Blogger gestartet.

Februar 11th, 2008 simon columbus Posted in Syrien | No Comments »

Tariq Baiasi1 sitzt nun schon seit mehr als einem halben Jahr hinter Gittern. Der Blogger wurde nicht vor Gericht gebracht - es gibt nicht einmal eine Anklage gegen ihn. Seit sieben Monaten. Zu lange, wie einige seiner Landsleute denken - die ihn nun mit einer Kampagne2 unterstützen wollen.

Tariq musste lange darauf warten, dass sein Fall Aufmerksamkeit erhält. Sieben Monate ist es nun her, dass der junge Computerhändler aus der Stadt Banyas von syrischen Sicherheitskräften entführt wurde. Ein Schicksal, das schon seinem Vater widerfuhr, der 20 Jahre lang als vermeintliches Mitglied der Muslimbruderschaft im Gefängnis saß. Der Sohn ist kein, auch kein vermeintlicher, Radikaler. Der von seinen Freunden als stiller, ruhiger Computerfreak beschriebene Dreiundzwanzigjährige hat nur ein Kommenter ins Internet geschrieben. In einem öffentlichen Forum kritisierte er den berüchtigten Sicherheitsapparates der Nahost-Diktatur - und wurde dafür am 7. July des letzten Jahres verhaftet. Seitdem hat niemand mehr etwas von ihm gehört.

Aber anders als die Verhaftungen anderer Blogger - wie Kareem Amer3 oder Fouad Al-Farhan4 - verursachte Tariqs Inhaftierung keinen internationalen Aufschrei. Er hatte nicht das Glück, kampagnenführende Freunde zu haben oder ein weltweit bekannter Topblogger zu sein. Es wurde still um den Fall Tariq Baiasi. Und die Stille dauerte monatelang - bis ein einzelner syrischer Blogger wieder damit begann, Artikel über Tariq zu veröffentlichen5. Nur wenige Wochen später gründete sich die Gruppe “Free Tariq”6.

Eine neue Gruppe in der langen Liste von Kampagnen, die sich um inhaftierte Blogger bemühen. Ich habe zwei der bekanntesten genannt, unsere Liste der Inhaftierten Blogger7 enthält noch einige mehr. Man könnte argumentieren, dass diese Kampagnen, Gruppen und Demonstrationen nicht einen einzigen Blogger aus dem Gefängnis geholt haben. Kareem, Fouad sind noch immer im Gefängnis, Hu Jia wurde gerade erst nach zweijährigem Hausarrest verhaftet - und Tariq Baiasi wird nicht freigelassen werden, weil eine handvoll Blogger über ihn schreiben. Aber auch die Initiatoren von Free Tariq kennen diese Fragen und haben darüber ein Interview mit der syrischen Menschenrechtsaktivistin Razan Zeituna geführt8:

Free Tariq: Sind diese Kampagnen wichtig? Und wenn, in welchem Sinne?

Razan Zeituna: Diese Kampagnen sind sehr wichtig, vor allem, weil sie die Frage nach Redefreiheit aus dem Zweikampf zwischen Regimen und Menschenrechtsorganisationen herausreißen und sie zu einer öffentlichen Angelegenheit machen, die weitere Gesellschaftskreise interessiert. Und indem diese Kampagnen sich für Menschen einsetzen, deren Grundrechte und Freiheiten verletzt werden ziehen sie auch Aufmerksamkeit auf die Sache der Redefreiheit.
Außerdem war es lange Zeit so, dass Menschenrechtsverletzungen im Arabischen Raum ohne wirksame Aufmerksamkeit von Medien und Menschenrechtsgruppen stattfangen. Das ändert sich momentan; diese Kampagnen und die Art, in der sie symbolischen Druck auf die Regierung ausüben, geben den Individuen, deren Rechte verletzt werden, einen Teil dessen was sie verdienen und behandeln sie als Menschen mit Namen und Träumen… die Kampagnen personifizieren und vermenschlichen die abstrakten Fälle und überführen sie von verallgemeinerten in persönliche Bilder.

Freiheit ist nichts, was man über Nacht bekommen kann. Sie ist ein fortlaufender Prozess - und Menschenrechtskampagnen, ganz besonders, wenn sie sich auf die Rede- und Pressefreiheit, die “Freiheit, sich auszudrücken” (Freedom of Expression), konzentrieren - sind ein Teil dieses Prozesses. Gruppen wie “Free Tariq” mögen den Blogger, auf den sie sich konzentrieren, nicht befreien. Aber sie erreichen Aufmerksamkeit für die Bedeutung der Redefreiheit und sorgen dafür, dass sich ein öffentliches, allgemeines Bewusstsein für Menschenrechte entwickeln kann. Denn solange die Menschen nicht einmal von ihren Freiheiten wissen, können sie auch nicht nach ihnen verlangen. Aktivisten wie die Initiatoren von Free Tariq entwickeln diesen Menschen die Möglichkeit, überhaupt von ihren Rechten zu erfahren und befähigen sie, für ihre eigenen und die Freiheiten anderer zu kämpfen.

Links
  1. Blogger for Freedom » Arrested bloggers: Tariq Baiasi [↩]
  2. Free Tariq [↩]
  3. Free Kareem [↩]
  4. Free Fouad [↩]
  5. Global Voices Advocacy » Syrian bloggers campaign to free fellow blogger Tariq Biasi [↩]
  6. Free Tariq [↩]
  7. Blogger for Freedom » Arrested Bloggers [↩]
  8. Free Tariq » Syrian bloggers campaign to free fellow blogger Tariq Biasi [↩]

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Zum Fall des gestern verhafteten Blogger Nay Phone Latt

Januar 30th, 2008 simon columbus Posted in Blog 4 Burma, Burma | 1 Comment »

Blog4BurmaGestern wurde der burmesische Blogger Nay Phone Latt in einem Internetcafé in Rangoon verhaftet1. Nun scheinen sich einige der Gründe dafür zu klären.

Wie The Irrawady in einer Meldung verbreitet, handelt es sich bei dem Blogger Nay Phone Latt um einen jungen Geschäftsmann mit bürgerlichem Namen Nay Myo Latt. Latt ist nach Angaben von Irrawady der Inhaber dreier Internetcafés in Rangoon2, von denen zwei vermutlich identisch mit den gestern gemeldeten durchsuchten Wohnungen sind. Nay Phone Latt wurde, Freunden zufolge, bereits seit etwa einem Jahr von staatlichen Behörden observiert - und wusste augenscheinlich um die Gefahr.

Doch obwohl Nay Phone Latt auf seinem Blog vornehmlich in Romanform verfasste Beiträge über Kunst und Jugendkultur in Burma veröffentlichte3, dürften ihm politische Inhalte auf nayphonelatt.com zum Verhängnis geworden sein. Allerdings ist Latt auch Mitglied der führenden Oppositionspartei National League for Democracy von Aung San Suu Kyi, die neben seiner Verhaftung auch eine Anklage gegen einen weiteren Dissidenten vermeldet4. Unter diesem Licht scheint die Verhaftung von Nay Phone Latt weniger ein Schlag gegen kritische Blogger als gegen die Opposition zu sein - wobei sich die Junta kaum mit derartigen Unterscheidungen aufhalten dürfte.

Doch obwohl Repressionen gegen Internetnutzer nicht zu leugnen sind, scheint es nach der Verhaftung von Nay Phone Latt keine Fluchtwelle unter burmesischen Bloggern zu geben. Diese Nachricht war gestern von verschiedenen Quellen verbreitet worden5. Dem widerspricht unter anderem ein Statement des burmesischen Bloggers BarNyar in den Kommentaren von Blogger for Freedom6, auch konnten bisher keine Medien konkrete Namen der untergetauchten nennen. Das allerdings eine hohe Gefahr für alle besteht, die sich weiter öffentlich zur Politik der Junta äußern, ist eine nicht zu negierende Tatsache.

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Blog4BurmaBlogger for Freedom ist ein Mitglied der Blog4Burma Coalition, einer Gruppe europäischer Blogger, die sich zusammengeschlossen haben, um gemeinsam über die Lage und Entwicklung in Burma zu berichten. Die Beiträge der einzelnen Mitglieder finden sich auf den jeweiligen Blogsoder in unserem gemeinsamen Feed. Wer sich selbst beteiligen möchte, kann sich unter blog4burma [ätt] gmail [dot] com bewerben.

Links
  1. Blogger for Freedom » Burmesischer Blogger verhaftet [↩]
  2. The Irrawady » Burmese Regime Strikes at Bloggers [↩]
  3. Deutsche Welle » Birma: Prominenter Blogger festgenommen [↩]
  4. freiepresse.de » Birmas Oppositionsführerin Suu Kyi trifft Parteifreunde [↩]
  5. Mizzima News » Burmese bloggers hide from police [↩]
  6. Blogger for Freedom » Comments on “Burmese blogger arrested” [↩]

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January 30th, Solidarity of Bloggers with the Imprisoned Iranian Students

Januar 30th, 2008 simon columbus Posted in Iran | 1 Comment »

Arash Paknejad
Saeid Habibi
Anoshe Azadbar
Elinaz Jamshidi
Mehdi Gerilo
Nader Ahseni
Behroz karimizade
Nasim Soltan-beigi
Ali Sa`lem
Mohsen Qanim
Rozbeh Saf-Shekan
Yaser (Sadra) Pirhaiaty
Saeid Aqam-Ali
Ali Kolaee`
Amir Mehrzad
Hadi Salary
Farshid Ahangaran
Amir Aqai
Milad Omrani
Keivan Amir Eliasy
Soroush Hashem-poor
Farshad Doosti-poor
Sohrab Karimi
Javad Alizade
Mohammad Salleh Auman
Mehdi al-lahyari
Rozbehan Amiri
Bahram Shojaee
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